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Jagiellonen-Universität

Die Jagiellonen-Universität in Krakau wurde im 14. Jh. vom polnischen König Kazimierz den Großen als Krakauer Akademie gegründet. Sie ist die älteste polnische und nach der Karls-Universität in Prag zweitälteste Universität in Mitteleuropa. Zu ihren berühmtesten Absolventen gehören der Astronom Nikolaus Copernicus und Papst Johannes Paul II.

 

Es ist nicht bekannt, wo sich die ersten Gebäude dieser Hochschule befanden. Im Jahre 1400 wurde die Universität durch den König Wladyslaw Jagiello dank der Gabe seiner Frau - Königin Jadwiga erneuert und unweit der Annakirche eingerichtet. Im 15. Jh. erlebte die Universität eine Blütezeit. Nach Krakau strömten hervorragende Wissenschaftler aus allen Länder der Welt. Ende des 15. Jh. studierte hier Nikolaus Copernicus. An der Universität erwarben auch andere damals bekannte Wissenschaftler: Wojciech aus Brudzewo, Maciej Miechowita, Tomasz Murner und Olaf aus Upsala ihre Bildung. Der Legende nach, soll auch Faust an der Krakauer Universität studiert haben.

 

Im 15. Jh. besaß die Krakauer Alma Mater 3 Fakultäten: Rechtswissenschaft, Medizin und Theologie. Ende des 17. Jh. und Anfang des 18. Jh. bewirkte der allgemeine Verfall des Staates auch die Einengung der Wissenschaft auf das Bereich des scholastischen Systems. Das hat zur Senkung des Unterrichtsniveaus und zum Niedergang der Universität geführt.

Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jh. wurden nötige Reformen im Geiste der Aufklärung durchgeführt, was die Akademie aus der Misere hob. Die polnische Sprache wurde zur obligatorischen Vorlesungssprache erklärt – statt der lateinischen Sprache. Großer Wert wurde auf Physik, Mathematik und Naturwissenschaften gelegt. Seit Mitte des 19. Jh. wurden auch die Geisteswissenschaften stark gefördert.

 

Jagiellonen-Universität im 20. Jh.

Die Jahre der nazistischen Besatzung Polens führten zur brutalen Vernichtung des polnischen Geistesleben. Am 6. November 1939 wurden 183 Professoren und Dozente der Jagiellonen-Universität verhaftet und in den Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. 30 von ihnen starben im Lager. Zugleich begannen die Okkupanten mit der Zerstörung von Sammlungen und Bibliotheken. Trotz der Verfolgungen wurde die Lehrtätigkeit geheim fortgesetzt. Daran nahmen 136 Professoren verschiedener Fachrichtungen teil.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Universität vergrößert und umgebaut. Es entstanden neue Institute und Lehranstalten. Die alten Bauten der Universität wurden sorgfältig renoviert und unter Denkmaslschutz gesetzt. Heute ist Krakau eine lebendige Universitätstadt mit insgesamt 120.000 Studenten, darunter 42.000 Studenten der Jagiellonen-Universität. Zusammen mit Studenten der anderer Krakauer Hochschulen verleihen sie der Stadt den jugendlichen Charakter.

 

Collegium Maius

 

Collegium Maius - das älteste erhaltene Universitätsgebaude war schon seit 1400 Sitz der Krakauer Akademie. Die vierflügelige Gebäudeanlage des Collegium Maius war damals sowohl als Wohnanlage für Professoren, als auch für Vorlesungen bestimmt. Im Erdgeschoß befanden sich die Hörsäle und im Obergeschoß die Wohnräume der Professoren, ein weiterer Hörsaal sowie ein gemeinsamer Speisesaal, die sogennante Stuba Communis.

 

Der heutige Arkadenhof aus dem 15. Jh. erinnert immer noch ein wenig an die damalige Atmosphäre der alten Universität. Er ist einer der verträumtesten Ecken Krakaus. Im Jahre 1860 erfolgte ein gründlicher Umbau des Gebäudes, das für die Jagiellonen Bibliothek bestimmt wurde. Spätere Arbeiten gaben ihm den ursprünglichen gotischen Aussehen zurück.

 

Heute beherbergt das Collegium Maius das Museum der Jagiellonen-Universität. Es lohnt sich, sich den Innenhof anzusehen und das Museum der Jagiellonen-Universität mit wertvollen Bibliothekbeständen und einer einmaligen Sammlung, darunter dem ältesten Rektorenzepter und zahlreichen astronomischen Werkzeugen, z.B. den berühmten Jagiellonen-Globus aus dem 15. Jh. mit der ersten Darstellung des amerikanischen Kontinents, zu besichtigen. Eine Wandinschrift in der Jagiellonen-Aula im Collegium Maius lautet: Plus ratio quam vis (Vernunft über Kraft). Die Richtigkeit dieses Mottos zu beweisen versuchen heute noch die Professoren und Studenten der Krakauer Alma Mater. 

 

Collegium Novum

 

Collegium Novum - das neogotische Gebäude wurde Ende 19. Jh. auf dem Gelände des ehemaligen gotischen Studentenwohnheims "Bursa Jerusalem", dessen Stifter Jan Dlugosz war, erbaut. Es besitzt eine prächtige Fassade mit dem Wappen der Universität. Das Innere des Gebäudes widerspiegelt die architektonische Formen des Collegium Maius, was sich besonders an den steinernen spitzbögigen Türen erkennen lässt. Im November des Jahres 1939 führten hier die deutschen Besatzer die berüchtigte "Sonderaktion Krakau" durch. Viele von den damals verhafteten Professoren und Assistenten wurden später in den Konzentrationslagern ums Leben gebracht.

 

Heute ist das Collegium Novum der Sitz des Rektors, des Senates und der Behörden der Universität. Hier gibt es auch Professorenzimmer und Vorlesungssäle. Im Collegium Novum findet jedes Jahr am 1. Oktober die feierliche Eröffnung des akademischen Jahres statt.

 

 


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