| Judenviertel Kazimierz auf dem Programm jedes Besuchers |
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Das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz ist unter den Touristen sehr populär. Dazu trägt seine besondere und einzigartige Atmosphäre bei. Krakauer Judenviertel Kazimierz besitzt eine Anziehungskraft, der kaum jemand widerstehen kann. Kazimierz-Viertel steht auf dem Programm jedes Touristen, der Krakau besucht. Hier gibt es ein jüdisches Kulturzentrum, Museen, Synagogen, von denen man einige besichtigen darf, und einige im jüdischen Stil ausgestattete Restaurants, wo man jüdische Gerichte essen und Klezmermusik hören kann. Jeden Juni findet hier ein jüdisches Kulturfestival statt. Bekannte Klezmermusiker aus aller Welt kommen in Kazimierz an und erfüllen die schmalen Gassen mit ihrer Musik. Im Konzert live unter freiem Himmel tanzt das Publikum und amüsiert sich bis zum Morgengrauen. Die Stadt Kazimierz wurde im Jahre 1335 von dem König Kazimierz dem Großen gegründet. Der mangelnde Platz in Krakau bewog den Herrscher dazu, in direkter Umgebung von der königlichen Stadt eine ganz neue Stadt aufzubauen. Die Stadt Kazimierz wurde von Krakau von dem Seitenarm der Weichsel getrennt. Heute befindet sich die Dietla-Straße an dieser Stelle. Der König Kazimierz plante für die Stadt Kazimierz eine herrliche Zukunft. Er wollte dort eine Universität bauen lassen. Vom Reichtum der Bewohner des mittelalterlichen Kazimierz zeugen hervorragende Kirchen, die durch reiche Krakauer Bürger errichtet wurden: die Fronleichnamskirche, die Katharinenkirche und die St. Michael- und St. Stanislaus-Kirche (die Kirche des Hl. Erzengels Michael). Zur Geschichte der Krakauer JudenDie Krakauer Juden wohnten zunächst in der heutigen St. Anna-Straße. Erst Ende des 15. Jh. zogen sie immer häufiger nach Kazimierz um, teilweise deswegen, weil der König Jan Olbracht ihnen dort ein autonomes Judenviertel zuwies. In Folge der Pogrome von 1492 und 1495 wurden sie aus Krakau vertrieben und fanden nicht weit von der heutigen Szeroka-Straße ihren neuen Wohnsitz. Polen rühmte sich im damaligen Europa verdient seiner Toleranz. Aus diesem Grunde kamen zahlreiche jüdische Gruppen aus Tschechien, Italien, Spanien, Portugal oder Deutschland in Kazimierz an und suchten hier Schutz vor den Verfolgungen. Das internationale Millieu verlieh der jüdischen Gesellschaft von Kazimierz ein internationales Flair. Schon zu dieser Zeit wurden dort bereits drei Synagogen gebaut. Fast vom Anfang an wurde die Stadt Kazimierz von zwei Kulturen geprägt: der jüdischen und der katholischen. Bereits Mitte des 16. Jh. war Kazimierz ein bedeutendes Zentrum des jüdischen intellektuellen Lebens. Es strahlte weit über die Grenzen Polens hinaus. Die eigenständige Kultur der Juden fand in Baudenkmälern, alten Wohnhäusern, Synagogen und schönen Grabmälern ihren Ausdruck. 1558 wurde die jüdische Wohnsiedlung von der christlichen durch eine Mauer abgetrennt. So entstand die Judenstadt von Kazimierz. Dieses jüdische "Ghetto" wurde noch im Laufe der Zeit zweimal erweitert. Anfang des 19. Jh. dehnte sich erneut das mittelalterliche Judenviertel aus und die Bewohner durften auch in den christlichen Teilen der Stadt wohnen. Erst die neue Verfassung des Habsburgerreiches von 1867 gewährte der jüdischen Bevölkerung die vollen Bürgerrechte. Reiche Juden und die jüdische Intelligenz siedelten sich dann in anderen Stadtteilen und in Krakau an. Kazimierz verwandelte sich allmählich in ein typisches osteuropäisches "Schtetl", wo hauptsächlich arme Juden wohnten. Der orientalische Charakter ihres Lebens und ihrer Kultur schuf hier eine ganz besondere und eigenartige Atmosphäre, die teilweise bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges andauerte. Vernichtung der Juden während des 2. WeltkriegesVor dem 2. Weltkrieg war Krakau die viertgrößte jüdische Gemeinde in Polen. Die 65 000 Krakauer Juden stellten 25% der Gesamtbevölkerung der Stadt dar. Während des Weltkrieges ermorderten die Nazis fast alle jüdischen Bewohner Krakaus. In Podgorze wurde ein Ghetto errichtet, das etappenweise verkleinert wurde. Die Krakauer Juden wurden in den Lager Plaszow und dann in die Vernichtungslager verschleppt und fanden vorwiegend in KL Auschwitz und Belzec ihren Tod. Nur 10% der jüdischen Bevölkerung Krakaus überlebten den Holocaust. Heute wohnen in Krakau knapp 150 Juden, die sich in der Remu-Synagoge zum Gebet treffen. Die Überreste der Ghettomauer sind heute noch im Stadtviertel Kazimierz zu sehen. Judenviertel Kazimierz heuteDas gegenwärtige Kazimierz zählt zu den am besten erhaltenen jüdischen Stadtteilen Europas. Hier gibt es sechs Synagogen und zwei Friedhöfe, sechs Betshäuser und ein rituelles Reinigungsbad. Der Stadtteil wurde in den letzten Jahren gründlich renoviert. Es wurden viele Hotels um- und ausgebaut. Zahlreiche Restaurants und Cafes laden Gäste aus aller Welt ein. Wer hier übernachtet will, kann einen Platz in einem der Hotels finden, oder sich komfortable preisgünstige Appartements oder billige Ferienwohnungen reservieren. Das internationale Publikum, das blühende, kulturelle Leben, verschiedene Treffen und Events verleihen Kazimierz ein eigenartiges Flair und tragen dazu bei, dass hier allmählich das zweite Stadtzentrum Krakaus entsteht. Kommen Sie und erleben Sie die jüdische Kultur live im Judenviertel Kazimierz in Krakau! Sehen Sie auch: |
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