| Aus der Geschichte der Stadt |
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Im Jahre 965 wurde Krakau zum ersten Mal in dem Reisebericht von Ibrahim ibn Jakub erwähnt, aber die ersten Spuren des Menschen auf der Wawelanhöhe gehen bis hin zum Jahre 50 000 vor Christ zurück. Die Entwicklung Krakaus ging mit der Entwicklung des Christentums auf dem hiesigen Gelände einher.
Gegen 1000 wurde das Krakauer Bistum gegründet. Schon im Jahre 1038 wurde Krakau die polnische Hauptstadt und etwa 1320 wurde der erste polnische König in der Wawelkathedrale gekrönt. Die heutige Jagiellonen-Universität wurde im Jahre 1364 gegründet, damals unter dem Namen "die Krakauer Akademie". Dementsprechend ist sie die zweitälteste Universität Europas, nach der Prager Universität. Ende des Mittelalters wurde in Krakau mit dem Bau der Marienkirche – der prächtigsten Krakauer Kirche - begonnen. Im Jahre 1489 wurde der Flügelaltar in dieser eingeweiht. Der von Veit Stoß (Wit Stwosz) angefertigte Altar gilt als eines der hervorragendsten Werke gotischer Schnitzkunst. Ende des 15. Jahrhunderts studierte in Krakau Nikolaus Kopernikus, der bekannte Astronom, Autor des Werkes "De revolutionibus orbium coelestium". Anfang des 16. Jahrhunderts wurde mit den Arbeiten an dem königlichen Renaissanceschloss Wawel begonnen. Aus dieser Zeit stammen die prächtigsten Sehenswürdigkeiten Krakaus. 1520 fertigte Jan Behem aus Nürnberg die größte Glocke Polens, die Sigismund-Glocke, an. 1533 wurde die Sigismund-Kapelle auf der Wawelanhöhe fertiggestellt. 1548 bestellte der König Sigismund August in den Niederlanden den dritten Teil der Wandteppiche, die die Königgemächer bis heute zieren. Viele Bürgerhäuser wurden im Renaissancestil umgebaut. Sie tragen heute noch zum italienischen Charakter der Innenstadt bei. Um diese Zeit wurde Krakau das Zentrum des geistigen Leben Polens. In den Druckereien wurden die ersten liturgischen Bücher der Welt in kyrillischer Schrift gedruckt. 1588 wurde ein Gymnasium eröffnet, das erste Gymnasium im Mitteleuropa mit weltlicher Lehrrichtung. Die Jagiellonen-Universität, etwa zwanzig Jahre älter als die Universität von Heidelberg, war über zwei Jahrhunderte lang die einzige Hochschule in Polen. In Krakau studierten zahlreiche Studenten aus Mittel- und Osteuropa. Hier blühte das intellektuelle Leben. 1596 wurde die Hauptstadt nach Warschau verlegt, Krakau behielt weiterhin den Titel der Krönungsstadt und der traditionellen Nekropole der polnischen Könige. Das 17. Jahrhundert wurde durch zahlreiche Katastrophen gekennzeichnet. 1652 starben in Krakau während der großen Pestwelle 24 000 Menschen. 1655-1657 gab es in Krakau Einfälle der schwedischen Truppen. Die Stadt wurde geplündert und verwüstet. Ende des 17. Jahrhunderts zählte die königliche Stadt mit den anliegenden Siedlungen etwa 20 000 Einwohner. Zu den erfreulichsten Ereignissen des 17. Jahrhunderts gehörte die Ankunft von dem Bildhauer Baltasar Fontana aus Italien, der zahlreiche Werke in Krakauer Kirchen schuf. 1734 fand in der Kathedrale auf dem Wawel die letzte Königskrönung in Krakau statt - von August III. von Sachsen. 1794 begann auf dem Krakauer Marktplatz der Kościuszko-Aufstand. Tadeusz Kościuszko, der Anführer des Aufstandes gegen Österreich, Russland und Preußen, legte auf dem Marktplatz vor dem Volk den Eid ab. Im Jahre 1795 begann die österreichische Besetzung Krakaus, als Folge der Teilung Polens. Als Folge des Wiener Abkommens (1815) wurde Krakau Freie Stadt. 1850 ein riesiger, zehn Tage wütender Brand verschlang ein Drittel der Stadt, den Großteil der städtischen Bebauung wurde zerstört. 1867 erschien auf den Straßen Krakaus ein Pferdeomnibus, das erste städtische öffentliche Verkehrsmittel. Schon im Jahre 1881 verkehrte die erste Straßenbahn auf den Straßen Krakaus. 1897 wurde das erste Gymnasium für Mädchen eröffnet. An der Jagiellonen-Universität erschienen auch die ersten Hörerinnen. Im Jahre 1918, nach 123 Jahren Teilung Polens, wurde Krakau frei. Die Jahre der Freiheit und Unabhängigkeit trugen zum wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt bei. Neue Hochschulen wurden eröffnet, es wurde viel gebaut und verschönert. Es war die Zeit des wirtschaftlichen Auschwungs. Leider war diese kurze glückliche Periode sehr schnell vorbei. Schon im Jahre 1939 begann für Krakau und das ganze Polen eine düstere Epoche – fast sechsjährige Nazi-Besetzung. Krakau wurde Hauptstadt des von den Nazis eingerichteten Generalgouvernements. Am 6. November wurde eine Sonderaktion – 183 hervorragende Wissenschaftler – Professoren der Jagiellonen-Universität - wurden von der Gestapo verhaftet. Das war der Auftakt zur planmäßiger Vernichtung der polnischen Intelektuellen durch die Nazis. Im Jahre 1941 wurde das Getto fur die jüdische Bevölkerung Krakaus in dem Stadtteil Podgórze gegründet. 1943 wurde das Getto liquidiert. Tausende von Juden wurden in die Konzentrationsläger (Płaszów, Auschwitz-Birkenau) versetzt und dort im größten Teil ermordert. Während des 2. Weltkrieges wurden viele nationale Kulturdenkmäler und historische Andenken vernichtet. Glücklicherweise wurden einige Schätze der polnischen Kultur durch die Krakauer Wissenschaftler oder andere Bürger versteckt oder ins Ausland ausgeführt. Dank diesen Aktionen sind sie erhalten geblieben und können in Krakau bewundert werden. Viele Kulturschätze wurden jedoch leider entweder vernichtet und gestohlen oder sie blieben im Ausland. Im Jahre 1945 wurde die Stadt befreit. In den Zeiten des Kommunismus ging die Stadt langsam zugrunde. Die Baudenkmäler wurden nur im begrenzten Umfang renoviert. Die Behörden investierten das Geld in das neue Arbeiterviertel – Nowa Huta. Es soll das Gegengewicht zum "alten" Krakau bilden. Trotz 40 Jahre der Indoktrination ist es jedoch den Kommunisten nicht gelungen, die Krakauer Bürger zu vertreiben oder ihr Vertrauen zu gewinnen. 1980 wurde in Krakau die Gewerkschaft "Solidarność" (Solidarität) gegründet. Die Stadt wurde durch ihren Widerstand gegen die kommunistischen Behörden bekannt. Hier fanden viele Streike und Demos statt, die Arbeiter des Stahlwerkes Nowa Huta trugen wesentlich zum Zusammenbruch des Kommunismus bei. Seit dem Anfang der 90-er Jahre entwickelt sich die Stadt ständig, in den letzten Jahren sogar rasant. Es wird viel gebaut und renoviert. Schon 1978 wurde Krakau auf die Weltliste UNESCO eingetragen. Im Jahre 2000 war es die Kulturstadt Europas. Die Stadt hat ihren festen Platz in der Geschichte – nicht zuletzt durch die wohl bekannteste Persönlichkeit, die mit Krakau eng verbunden ist – den Papst Johannes Paul II, der mehrere Jahre lang der Krakauer Bischof war. Seine Besuche in Krakau zogen Millionen von Gläubigen aus der ganzen Welt in die Stadt hinein. Krakau ist heute eine Stadt der Touristik. Nach dem Beitritt Polens zur EU haben viele Billiglinien ihre Tätigkeit in Polen aufgenommen. Seitdem ist die Zahl der Stadtbesucher enorm gestiegen. Jedes Jahr kommen neue Gäste nach Krakau. Sie verlassen die Stadt voll Begeisterung, um nach einiger Zeit wiederzukommen. Diese Stadt hat es in sich... Sehen Sie auch:
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