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St. Michael- und St. Stanislaus-Kirche
Die St. Michael- und St. Stanislaus-Kirche (die Kirche der PP. Pauliner) spielt eine wichtige Rolle im Leben der polnischen Katholiken. Jedes Jahr ist sie der Ziel einer Prozession mit den Reliquien von St. Stanislaus von Skałka (Felsen), die von der Wawelkathedrale feierlich getragen werden.

Diese Kirche ist dem hl. Stanislaus, dem Schutzheiligen Polens gewidmet. Sie gehört zu den wichtigsten polnischen Wallfahrtsorten. Der Chronik von Wincenty Kadłubek aus dem 13. Jahrhundert nach, soll irgendwo hier in der Nähe das ursprüngliche Krakau gelegen haben. Bereits um 500 v.u.Z. soll sich hier eine geschlossene Siedlung befunden haben. Am Südhang der Anhöhe Skałka wurden Bruchstücke frühgotischer Wehranlagen gefunden.

Wincenty Kadłubek hat auch über die Ermordung des hl. Stanislaus, des damaligen Krakauer Bischofs, durch den polnischen König Boleslaus den Wagemutigen, berichtet. Der Bischof soll hier, in der Kirche von Skałka, während der heiligen Messe im Jahre 1079 ermordert worden sein.

Bald wurde Skałka zum Zentrum des Kultes vom Bischof Stanislaus. Im 11. Jh. enstand hier eine romanische Rotunde, die im 15. Jh. abgetragen und durch ein gotisches Gotteshaus ersetzt wurde. Die heutige von zwei Türmen flankierte dreischiffige Barockkirche ist ein Werk von Anton Müntzer und Antonio Solari.

Die Stuckdekoration der Fassade und des Kircheninneren entstand um die Mitte des 18. Jh. Im Hochaltar befindet sich ein Bild, das den hl. Erzengel Michael darstellt. Der Altar im linken Kirchenschiff ist dem hl. Stanislaus gewidmet. Hier befindet sich auch der Baumstamm, auf dem der Heilige gevierteilt worden sein soll. Im Inneren der Kirche gibt es auch eine Rokoko-Orgel, einen Beichtstuhl und eine reichverzierte figurale Kanzel aus dem 18. Jh.

Der alte Weiher, in den die Leiche des hl. Stanislaus geworfen worden sein soll, ist erhalten geblieben. Im 17. Jahrhundert wurde der Weiher in einen kunstvollen Brunnenring eingefasst und mit einer Statue verziert. Heute gibt es hier auch den Tiefbrunnen mit Heilwasser, dessen Zusammensetzung an der Tafel neben dem Brunnen aufgelistet ist.

Die unterirdische in Fels gehauene Gruftgewölbe der Kirche, ist seit 1882 für einen Pantheon für verdiente Polen bestimmt. Hier befindet sich die letzte Ruhestätte des Chronisten Jan Długosz, der Schriftsteller Józef Kraszewski, Wincenty Pol, Teofil Lenartowicz, Adam Asnyk und Lucjan Siemieński, des Dichters und Malers Stanisław Wyspiański, des Dichters und Nobelpreisträgers Czesław Miłosz, des Komponisten Karol Szymanowski, des Schauspielers Ludwik Solski, des Astronomen Tadeusz Banachiewicz sowie der bedeutenden Maler Henryk Siemiradzki und Jacek Malczewski.

Die hinteren Klostergebäude des Paulinenordens, erwecken den Eindruck eines Bollwerkes. Am Rande des Gartens sind mehrere Bruchstücke der mittelalterlichen Wehrmauer der einstigen Stadt Kazimierz erhalten geblieben. 


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